Migrationsanleitung

Die folgende Migrationsanleitung setzt voraus, dass du ein Time Machine Backup auf einer externen Festplatte hast und der hardwrk SSD HDD Adapter wie in unserer Einbauanleitung beschrieben eingebaut wurde. Um Probleme zu vermeiden solltest du, falls aktiv, Filevault deaktivieren und erst nach erfolgreicher Migration wieder aktivieren.

Fusion Drive

Neben der nachfolgend beschriebenen Möglichkeit der Datenverknüpfung kannst du dir alternativ auch ein Fusion Drive erstellen.

Apple kombiniert beim Fusion Drive die Geschwindigkeit einer SSD (Flash-Speicher) mit dem großen Speicherplatz einer HDD (Festplatten-Speicher). Dem Anwender präsentiert sich das System aus zwei Festplatten als ein einziges Laufwerk. Im Hintergrund kümmert sich das Betriebssystem darum, oft benötigte Programme und Dateien auf der schnellen SSD zu speichern, seltener benötigte landen auf der langsameren HDD.

Eine genaue Anleitung zum Erstellen eines Fusion Drives findest du hier.

1. macOS booten

Wenn dein MacBook Pro mit OS X Lion, Mountain Lion, Mavericks, Yosemite, El Capitan oder macOS Sierra geliefert wurde, kannst du, einen Internetanschluss vorausgesetzt, ganz bequem über das Netzwerk booten. Hierzu hältst du nach dem Einschalten einfach die Tasten „cmd“ und „R“ gedrückt.

Solltest du Lion im AppStore gekauft haben, kannst du dir dort mit „alt“ und klick eine Installationsdatei herunterladen und dir diese auf einen USB Stick oder eine externe Festplatte kopieren. Du kannst dann beim Bootvorgang die „alt“ Taste gedrückt halten und das Bootimage von deinem externen Datenträger auswählen. Mit Mountain Lion und Mavericks ist der Vorgang etwas komplizierter, allerdings kannst du, gerade wenn deine Internetverbindung nicht die schnellste ist, so eine Menge Zeit sparen. Ein How To findest du für Mountain Lion hier, für Mavericks hier, für Yosemite hier,  für El Capitan hier und für Sierra hier.

Wenn du eine frühere OS X Version installieren willst, schließe einfach dein in unser externes Gehäuse eingebautes Supderdrive an einen freien USB-Port deines MacBook Pro an, starte dein MacBook Pro (Powerknopf drücken) und halte dabei die ALT-Taste gedrückt. Lege die beim Kauf deines MacBook Pro mitgelieferte Installations-DVD oder eine neue Vollversions-DVD von macOS in das externe Laufwerk ein. Das Laufwerk müsste jetzt neben deiner HDD auf dem Bildschirm erscheinen.

Falls das Laufwerk nicht erscheint, drücke die Powertaste deines MacBook Pros länger als 5 Sekunden, bis es sich ausschaltet, und kurz danach erneut die Powertaste + ALT-Taste, um das Gerät neu einzuschalten und das Boot-Device auszuwählen.

Info: Wenn du „cmd“ + „R“, bzw. die ALT-Taste zu spät oder zu kurz drückst, startet automatisch das auf der alten HDD installierte macOS X. Schalte den Rechner in diesem Fall einfach wieder aus und versuche den ALT-Startup noch einmal.

2. Das Festplattendienstprogramm starten

Nachdem dein MacBook Pro von der macOS Installations-DVD gebootet hat - was erfahrungsgemäß schonmal etwas länger dauert - musst du die neu eingebaute SSD zunächst formatieren.

Starte dazu das Festplattendienstprogramm von macOS. In der linken Spalte werden dir dann beide eingebauten Devices (HDD und SSD) angezeigt.

Im folgenden Beispiel wurde eine 80-GB-Intel-SSD als Betriebssystem-SSD und die von Apple beim Kauf eingebaute Hitachi-HDD für die Nutzerdaten verbaut.

Klicke auf "Löschen", gib deiner SSD-Partition einen Namen (z.B: wie hier "SSD"), wähle das standardmäßig ausgewählte "macOS Extended (Journaled)" als Format aus und klicke auf "Löschen". Danach legt macOS eine frisch formatierte Partition auf der SSD an, auf der anschließend das Betriebssystem aus deinem Timemachine-Backup wiederhergestellt werden kann.

Achtung: Sollte dir im Festplattendienstprogramm an dieser Stelle eine Festplatte nicht angezeigt werden, gibt es in der Regel zwei mögliche Ursachen: 1) Du hast vergessen beim Einbau das entsprechende SATA-Flachkabel wieder korrekt auf das Mainboard zu stecken 2) Du hast dich blenden lassen und eine tolle, superschnelle SSD von einer "intergalaktisch" klingenden Firma verbaut, die entweder defekt ist oder deren Firmware so toll programmiert wurde, dass diese von macOS nicht einmal erkannt wird (leider gar nicht so selten der Fall).

3. macOS auf der SSD installieren

Nachdem du nun die SSD für die Installation von macOS vorbereitet hast, kannst du mit der Installation von macOS auf deiner SSD fortfahren. Klicke dazu einfach auf dem im Hintergrund bereits aktiven Installationsdialog auf "Fortfahren" und wähle im nächsten Schritt deine SSD als Zielmedium aus.

Die Installation von macOS dauert erfahrungsgemäß einige Minuten. Jetzt wäre Zeit für einen Kaffee/Tee. Am Ende musst du noch einen Admin-Benutzer deiner Wahl anlegen. Nenne den vorübergehenden Admin-Account einfach "migrationsadmin" oder "raketenadmin", einfach so, dass er sich nicht mit deinen bisherigen User-Accounts überschneidet.

4. Die Migration der alten Daten

Nachdem du macOS erfolgreich auf der SSD installiert hast, wurde dein MacBook Pro automatisch neu gestartet und du kannst dich mit deinem während des Installationsvorgangs angelegten Benutzer einloggen (bzw. wirst automatisch eingeloggt). Als nächsten Schritt musst du alle relevanten Daten aus deinem Time Machine-Backup migrieren (z.B. alle Programme). Dazu kommt das Programm "Migrationsassistent" zum Einsatz. Du findest es unter "Programme/Dienstprogramme" im Finder.

Bei der Migration mit dem Migrationsassistenten ist wichtig, dass du nur die Benutzer, aber nicht deren Daten migrierst!

Wähle also alle Benutzer, die du migrieren möchtest, und entferne die Haken bei den ganzen Ordnern, so dass es wie in der obigen Abbildung aussieht.

Alle anderen Haken sollten gesetzt sein, damit alle Einstellungen, Daten und Programme übertragen werden. Sobald du mit der Selektion der gewünschten Daten fertig bist, kannst du die Migration mit einem Klick auf "Fortfahren" starten. Die Migration dauert dann je nach der Größe deiner vorhandenen Daten und der Geschwindigkeit deiner externen Festplatte einige Minuten. Sobald die Migration abgeschlossen ist, solltest du dir deine SSD im Finder anschauen und überprüfen, ob alle Programme richtig migriert wurden.

Achtung: Zu diesem Zeitpunkt bist du noch mit dem bei der Installation von macOS angelegten Migrations-User-Account angemeldet! Es ist also völlig normal, dass keines der migrierten Programme deine alten Einstellungen kennen und dein Schlüsselbund keine Einstellungen enthält!

Update Yosemite, El Capitan und Sierra: Unter Yosemite verhält es sich etwas anders. Das System berechnet zuerst den benötigten Speicherplatz - diesen Vorgang solltest du abwarten. Im Anschluss kannst du den Punkt "Dokumente & Daten" bearbeiten. Wenn du dort den Benutzer ab- und wieder auswählst, dann erscheint das Auswahlmenü wie oben beschrieben.

5. Einbinden deiner Userdaten von der HDD

Du hast an dieser Stelle erfolgreich alle Daten und Benutzer (ohne Daten) auf die SSD migriert. Bevor es mit der Migration der Nutzerordner weitergeht, musst du zunächst dein neu installiertes macOS mit der Softwareaktualisierung über das Internet auf den aktuellsten Stand bringen!

Den folgenden Schritt musst du nun für jeden deiner migrierten Benutzer ausführen.

macOS bietet von Haus aus die Möglichkeit, den Benutzerordner eines Benutzers auf eine von der Systempartition abweichende Partition auszulagern. Das ist praktisch und wird von fast jedem Programm unterstützt. Gehe zum Aktualisieren deiner Benutzer in das Modul "Benutzer" unter "Systemeinstellungen..." (findest du mit Klick auf den Apfel oben links).

Im Benutzer-Modul werden alle Accounts in einer Übersicht angezeigt.

Du musst dich nun durch einen Klick auf das Schloss unten links als Administrator authentifizieren und kannst dann mit CTRL+Mausklick auf den Benutzer links in der Benutzerliste ein Kontextmenü mit der Option "Erweiterte Optionen" hervorzaubern. Das klickst du an und erhältst folgende Einstellungsmöglichkeiten:

In den Benutzeroptionen kannst du nun einen vom Standard abweichenden Benutzerordner (z.B. deinen alten auf der HDD) festlegen und mit OK bestätigen. In unserem Beispiel bekommt der Benutzeraccount "herr" den Dateisystemordner "/Volumes/Data/Users/herr" zugewiesen. "Data" ist hierbei der Name unserer HDD-Partition und "Users/herr" der alte Benutzerordner.

Sobald der Benutzer "herr" sich das nächste Mal anmeldet, wird nun der definierte Ordner als Userordner verwendet und alle Programme müssten sich wie gewohnt (inkl. aller Einstellungen) nutzen lassen. Die Programme werden dann schon von der SSD ausgeführt und die Einstellungen/Nutzerdaten kommen parallel von der HDD. Die Migration ist damit fast abgeschlossen. Solltest du jetzt noch Probleme mit deinem migrierten Benutzer haben, schau bitte noch mal im Benutzer Menu in den erweiterten Optionen unter User ID. Dein migrierter User auf der SSD sollte die gleichen Werte aufweisen wie sein Pendant auf der HDD (dein alter Benutzer). Wenn sich die Werte unterscheiden ist bei der Migration etwas falsch gelaufen. Durch Anpassung der Benutzer-ID (im Regelfall ist das die 501), werden deine Probleme behoben.

Protipp: Um auf Nummer sicher zu gehen solltest du für jeden Useraccount im Users-Ordner auf der SSD ("/Users" bzw. "Benutzer" im Finder) noch ein Verknüpfung im Dateisystem anlegen (einen sogenannten Symlink), da manche Programme den ehemaligen Pfad des Userordners leider absolut gespeichert haben und ohne den Symlink ihren Dienst verweigern würden.

Bevor der Symlink angelegt werden kann, musst du die bei der Migration vorübergehend im SSD-Userordner angelegten Ordner im Finder löschen. Danach kannst du am Schnellsten mit der Terminal App für jeden User den ln-Befehl verwenden, um den Userordner auf der SSD auf den Userordner auf der HDD verweisen zu lassen.

"herr" ist in diesem Beispiel der Useraccount und unsere HDD-Partition trägt die Bezeichnung "Data". Wenn dir das alles zu kompliziert klingt, lass es einfach erstmal und führe diesen Extraschritt erst dann aus, falls du zu einem späteren Zeitpunkt Probleme mit einigen älteren Programmen haben solltest.

sudo ln -s "/Volumes/Data/Users/herr" "/Users/herr"

6. Überflüssige Daten auf der HDD löschen

Im Prinzip ist die Migration mit Punkt 4. bereits abgeschlossen. Nun liegt jedoch noch das alte Mac OS X auf der HDD rum und verbraucht Speicherplatz. Wir empfehlen, das neue System erst einmal ein, zwei Wochen in Ruhe zu testen und danach auf der HDD alle Ordner außer den Ordner "Benutzer" (/Users) zu löschen - es werden ja nur noch die Benutzerdaten von der HDD verwendet - der Rest kommt raketenschnell von der SSD.

7. Tipps & Tricks

Es gibt jetzt noch einige weitere Tipps & Tricks, die das Leben mit der SSD/HDD-Kombination noch besser machen, allerdings würde das den Rahmen dieser Migrationsanleitung sprengen, deshalb haben wir eine separate Tipps & Tricks-Seite dafür eingerichtet.

Deine Meinung zählt! Falls du einen Fehler in dieser Anleitung gefunden hast, uns einfach nur sagen willst, dass alles geklappt hat oder du Anregungsidee XY hast, schick uns doch einfach einen Tweet an @hardwrk oder nutze dafür unser Kontakt-Formular. Wir freuen uns über jedes konstruktive Feedback und hoffen, dass wir mit deiner Hilfe diese Anleitung ständig optimieren können!